Vortrag "Blutspuren" von Dr. Mark Benecke

Samstag, 15.06.2019; Volkshaus; Zürich

Zum einen spielte das Wetter bei der Anreise gegen uns; teilweise regnete es so heftig, dass wir nur mit 70-80 km/h unterwegs sein konnten und dann kam als zweites die hervorragende Parkplatzsituation in Zürich hinzu. Rund um das Volkshaus hat es in den Nebenstrassen zwar jede Menge Parkiermöglichkeiten in blauen Zonen, die von Samstags 20:00 bis Montags morgens gratis sind, aber einen freien Platz zu finden ist fast unmöglich. Das nächstgelegene Parkhaus ist zwar keine 100m vom Volkshaus entfernt, aber Hinweisschilder haben keine gesehen. Also suchten wir in den Nebenstrassen. Der Regen, dem wir auf der Autobahn erst gefolgt, dann durch gefahren und kurz vor Zürich vorhergefahren sind, hatte Zürich inzwischen auch erreicht. Glücklicherweise haben wir dann aber doch noch ziemlich in der Nähe des Volkshaus ein Platz zum Parkieren gefunden und waren innert weniger Minuten dort. Allerdings erst nach 20:00 Uhr. Zum Glück wurden wir noch eingelassen, da Dr. Benecke gerade erst angefangen hatte; allerdings nicht direkt mit dem Vortrag, sondern mit einer kurzen Einleitung, die auch nicht direkt etwas mit dem Vortrag zu tun hatte.
Im eigentlichen Vortrag erfuhren wir dann, was Dr. Benecke alles aus "einfachen" Blutspuren lesen kann. Zunächst erkläre er aber die Vorgehensweise. Bei seiner Arbeit gibt es keine Vermutungen, sondern nur wissenschaftliche und experiementell belegbare Beweise. Wie dann die weiteren Ermittler und Gerichte damit umgehen, ist für Dr. Beneke uninnteressant. Er liefert nur objektive Fakten, die sich wissenschaftlich und experiemetell belegen lassen. Zu dem befasst sich Dr. Benecke mit den vermeintlich nebensächlichen und/oder unwichtigen Spuren. Mit seiner Vorgehensweise zeigt Dr. Benecke eindrücklich, dass diese Spuren mitnichten uninteressant oder/und unwichtig sind, sondern genau das Gegenteil. An Hand eines Falles zeigte er dem Publikum dann, wie die Aussage von Angeklagten in einem Prozess auf wissenschaftlich experiemetelle Weise an Hand der Blutspuren am Opfer widerlegt werden konnte. Die Angeklagten behaupteten, dass das Opfer gestolpert und dadurch dann gefallen sei. Alleine schon von den Verletzungsmustern und Blutspuren, die Dr. Benecke dem Publikum auf Photos zeigte, konnte die Aussage der Täter nicht stimmen. Diese Annahme reichte aber nicht für eine Anklage oft fahrlässige Tötung. Folglich musste Dr. Benecke mehr liefern. Damit stellte sich dann die Frage, wie die Blutspuren an dem Opfer entstanden waren, wenn nicht durch einen Sturz. Dr. Benecke stellte dann mittels verschiedener Experiemente fest, dass das Opfer in Wirklichkeit am Boden liegend nicht nur geschlagen und gewürgt wurde. In seinem Bericht standen dann entsprechend die Angaben zur Entstehung der Verletzungen und wie diese durch Experiemente nach gewiesen wurden.
Zum Ende verkündete Dr. Benecke noch, dass im Herbst seine Biographie erscheinen würde. Der Verlag wollte sie zunächst "Ein Freak unter Normalen" nenne, womit Dr. Benecke nicht einverstanden war, da er sich nicht als Freak sieht. Dem kann ich nur zustimmen. Nur, weil man ein Goth und Wissenschaftler ist, der eben für "Stinos" ungewöhnlich an seine Fälle geht, ist man noch lange kein Freak.
Den Vortrag hielt Dr. Benecke wie schon bekannt, nicht in einer für Wissenschaftler typisch unverständlichen und Fachbegriff überladenen Art, sondern locker für Jederman verständlich. Wem sich die Gelegenheit bietet, dem können wir Dr. Benecke nur empfehlen. Er ist nicht der typische Wissenschaftler, den man erwarten würde.

Text © PhoenixAter 16.06.2019
Photo © VeneficaPurpura 15.06.2019