Mysteriöses Bern

Samstag 02.06.2018 Berner Altstadt und Berner Münster

Das Programm sah wie folgt aus:
18:00 _ Treffen am am Denkmal von Rudolf von Erlach und anschliessend Führung
19:30 _ Führung durch das Geläut des Berner Münster
ca. 20:00 _ Lesung und musikalische Darbietung

Zum vereinbarten Zeitpunkt traf man sich am Denkmal und erhielt ein kleines Armbändchen und die Gruppe wurde an den Stadtführer Martin (Tinu) Baud übergeben. "Wer schwache Nerven hat oder sonst unter einer besonderen ängstlichkeit leidet, für den oder die ist dieser Rundgang durch die Altstadt von Bern keine gute Idee.
Denn es gibt mehr zwischen Himmel und Hölle, als wir gemeinhin annehmen.
Der Tod, der uns alle einmal ereilt, mäht mit seiner Sense unbarmherzig. Warum jetzt aber einige Seelen, endlich von der körperlichen Last befreit, nicht hochschweben können oder nach unten gezogen werden, sondern in der Parallelwelt, der Schattenwelt herumhüstern und geistern müssen, bis sie irgendetwas oder irgendwer erlöst, wissen wir nicht genau. Es sind nicht nur böse Taten wie Mord und Totschlag, die diese Seelen an der Grenze zu uns Lebendigen gefangen halten, oh nein. Es können auch tragische Schicksalsschläge sein oder grosse Ungerechtigkeit, die diesen Menschen widerfahren sind.
Wir heutige Menschen mit unserer Hektik und unserer materialistischen Weltauffassung haben das Sensorium für die Schattenwelt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner nicht etwa verloren. Sondern in unserem Wahn, alles mit Wissen ausleuchten zu können, verdrängen wir diese Welt. Sie darf einfach nicht sein. Dessenungeachtet ist diese Parallelwelt noch da und ab und an streifen wir sie und zurück bleibt eine Gänsehaut und ein gequältes, unsicheres Lachen; nicht ein Lachen der Fröhlichkeit eben, sondern ein Lachen der Verzweiflung und der Angst.
Es gibt mehr zwischen Himmel und Hölle, als gemeinhin angenommen." (Zitat von der Webseite Fallstatt)
Mit diesen Worten leitet auch Tinu die Führung ein und man zog zu den verschiedensten Punkten in Bern, an denen sich noch heute myteriöse Dinge abspielen sollen. Der wohl interessanteste davon ist das Gespensterhaus an der Junkerngasse 54 mitten in der Berner Altstadt. Bis heute ist dieses Haus unbewohnt. Den Erzählungen nach sollen einmal 3 Studenten wagemutig genug gewesen sein, um in diesem Haus zu übernachten. Zwei von ihnen wurden danach tot im Haus aufgefunden und der dritte extrem verängstigt im Estrich. Allerdings soll auch er einige Tage später, wohl noch immer im Schockzustand von den Erlebnissen im Haus, verstorben sein. Ein weiterer interessanter Punkt war der Kindlifresser-Brunnen und die Geschichte zu seiner Entstehung.
Nach der Stdatführung ging es dann ins Geläut des Berner Münster, wo wir etwas über die Glocken erfuhren und sogar einen Schlag der grossen Glocke hören und fühlen konnten. Den Abschluss bildete das samstägliche Abendgeläut, welches wir direkt neben den Glocken erleben durften. Die Glöckner, die einst die Glocken von Hand zum Schwingen brachten, wurden einmal gefragt, ob sich das nicht auf das Gehör auswirken würde. "Nein, das ist kein Problem, die Glocken werden im Laufe der Zeit leiser." Ohne entsprechenden Gehörschutz kann man diese Antwort sehr gut nachvollziehen.
Nach den tönenden Erlebnissen ging es dann in den Gewölbesaal, in dem wir der Lesung von Christian von Aster und den musikalischen "Einspielungen" von Benni Cellini bei noch/wieder vollem Gehör lauschen durften. Die Stücke von Benni waren insofern sehr speziell, da er sie nur mit einem E-Cello und Computer so arrangierte, als würden sie von mehreren Celli oder/und Instrumenten gleichzeitig stammen. Als besonderes Highlight präsentierten Christian und Benni eine Lesung mit musikalische Untermalung. Es war für beide eine Premiere, die ihnen sehr gut gelungen ist. "Solo" gab Christian u.a. eine Geschichte aus "Boschs Vermächtnis" zum Besten. Bei diesem Buch handelt es sich um eine Sammlung von Geschichten zum "Garten der Lüste".

Alles in allem war es sehr gelungenes und interessantes Event.

Text © PhoenixAter 08.06.2018